Durch Verleihung der Stadtrechte 1355 durch Graf Engelbert III von der Mark erhielt die Stadt Neuenrade die Stadtrechte, wonach im Jahr drei freie Jahrmärkte abgehalten werden durften.
Einer davon war der Gertrudismarkt, jetzt Gertrüdchen, im März. Dieser Markt entwickelte sich als großer Pferdemarkt eines Jahres und ist bis heute erhalten. Damit verbunden war auch immer eine „Kiärmess“, denn die fliegenden Händler von nah und fern nutzten die Gelegenheit für gute Geschäfte.
Dieser Markt zog viele Pferdehändler und Besucher an, die die Neuenrader Gaststätten bevölkerten. Nach dem Winter benötigten die Bauern Pferde, um ihre Felde zu bestellen und verkauften diese dann wieder im Herbst auf der Soester „Allerheiligenkirmes“, um das Futter für den Winter zu sparen.
Die Pferde wurden auf dem „Gertrüdchen“ angeboten. Gesamtgestalt, Zähne auf Alter, Augen auf Blindheit und Beine und Hufe für die Arbeitskraft des Tieres wurden begutachtet. Ein Kauf wurde bis in die jüngste Zeit traditionell mit Handschlag besiegelt.
Im Schnitt wurden jährlich bis zu 200 Tiere angeboten. Im Jahre 1919 waren einst in der Innenstadt über 600 Pferde vorhanden, so dass man sogar in die Neuenrader Altstadt ausweichen musste.
1920 fand der erste Pferdemarkt im heutigen Festbereich „Auf dem Wall“ statt, wo auch heute noch ein großes Angebot von Belustigungen und Fahrgeschäften vorhanden ist.

Der jetzige Pferdemarkt befindet sich seit einigen Jahren im Bereich der „Villa am Wall“ statt, wo auch das traditionelle Ponyreiten durchgeführt wird.

Auch heute noch erfreut sich dieses ursprüngliche Angebot großer Beliebtheit und lockt zahlreiche Besucher und besonders Kinder an, die die fein rausgeputzten Pferde anschauen und bewundern.

Es ist auch heute noch möglich, ein Pferd durch den traditionellen Handschlag zu erwerben.